Amerikanische Wurzeln treffen europäische Leidenschaft

Amerikanische Wurzeln treffen europäische Leidenschaft

Zwei Ausnahmekünstler bringen internationale Folkmusik nach Ummendorf. Text und Foto: Wolfgang-Amadeus Müller.

Wenn Beppe Gambetta nach Ummendorf kommt, ist der volle Saal programmiert. Deshalb hat sich der Kulturkreis Ummendorf entschieden das Konzert über zwei Tage zu strecken – und das Konzept ist aufgegangen.

Der Meister des virtuosen Gitarrenspiels hatte sich diesmal Verstärkung aus der Tschechei mitgebracht, den Multiinstrumentalisten Radim Zenkl. Wie Beppe Gambetta lebt auch er mit einem Fuß in Amerika und brachte mit seinem schier unglaublichen Mandolinenspiel pures Bluegrass Feeling in den Saal. Darüber hinaus erlaubte er dem Duo aber herrliche Ausflüge in die irisch-keltische Musik: Die Folkbühne war eröffnet. Insofern war es ein besonderes Konzert mit Eigendynamik und vielfältigen Wendungen und Überraschungen.

Beppe Gambetta ist für sein flinkes und filigranes Handling der Akkustikgitarre bekannt. In seinen Solopartituren brachte er dann auch eine Auswahl seiner Standards wie die deutschsprachige Adaption des französichen Hits „Le vent nous portera“ (Der Wind trägt uns davon) und zweier italienischer Stücke. Gerade in diesen muttersprachlichen Liedern wie dem „Il Pescatore“ aus seiner neuen CD, erkannte man wie auffällig sich seine Stimme verändert, wenn er italienisch singt.

Radim Zenkl stand mit seinem Mandolinenspiel technisch niemals im Schatten seines Partners und offenbarte manch wunderbares Erlebnis auf der Mandoline. Spannend und mitreisend wurden dann besonders seine Präsentationen verschiedener Tin Whistles, klassischer Hirtenflöten und eines Didgeridoo. So entstand eine Soundreise von der irisch-keltischen zur osteuropäischen Musik und führte zu der phantastischen Melange aus basslastigem Didgeridooklängen gepaart mit der Leichtigkeit des Gambettischen Flatpicking.

Beppe Gambetta Musik ist nicht Gleichklang. Wieder einmal war es ein „anderes“ Konzert, auf dem zwei ebenbürtige Musiker sich befruchteten und die Zuschauer aus zwei regnerischen Abenden in neue Klangwelten mit spannenden Instrumentenkombinationen entführten. Erst nach fünf Zugaben entließen sie dann die Musiker.

Foto (WAM): Radim Zenkl (Mandoline) und Beppe Gambetta (Gitarre)

Nächste Termine im Schloss Ummendorf

02.12.2017: Klassisches Konzert mit Judith Utz/Maria Yulin (Mezzosopran und Klavier)

19.01.2018: Fernsehcomedian Philipp Weber mit seinem Programm: “FUTTER – streng verdaulich”

17.02.2018: Andre´ Parfenov (Komponist und Pianist) und Iuliana Münch (Violinistin) spielen Werke von Joseph Haydn, Antonio Vivaldi, Peter Tschaikowsky und Andre´ Parfenov.