Ein gewitterreicher Schaukelsommer mit einem stetigen Auf und Ab der Temperaturen

Niederschlagsreichster Sommer seit Messbeginn, aber keineswegs ein verregneter Sommer. Statistik der Wetterwarte Süd für August 2017. Von Roland Roth.

Die Wechselhaftigkeit des Wetters ist typisch für einen mitteleuropäischen Sommer. Doch eine derartige Berg- und Talfahrt der Temperaturen gab es schon lange nicht mehr. Dieser Sommer war energiegeladen und entsprechend gewitterreich und häufig auch schwül-heiß.

Tiefste Temperatur am 08. Juni: + 3,8°C (+ 7,6°C)
Höchste Temperatur am 01. August: + 32,3°C (+ 33,7°C)
Juni: 18,9°C (16.7°C) / 142,9 mm (203,2 mm) / 266,1 Std. (167,6 Std.)
Juli: 18,6°C (19,4°C) / 148,0 mm (142,0 mm) / 213,2 Std. (256,8 Std.)
August: 18,7°C (18,5°C) / 199,7 mm (94,8 mm) / 223,5 Std. (254,5 Std.)
Sommer: 18,7°C (18,2°C) / 490,6 mm (440,0 mm) / 702,8 Std. (678,9 Std.)
Sommertage: 49(41 Tage) / Gewittertage: 31 (21 Tage)
Hitzetage: 16 (9 Tage) / Regentage: 54 (53 Tage)
(Die Messwerte beziehen sich auf die Wetterzentrale in Bad Schussenried, die Zahlen in Klammern geben die Vorjahreswerte an!)

Es hatte sich bereits um den 27. Juni (Siebenschläfertag) herum abgezeichnet, dass uns wohl ein ausgesprochen wechselhafter Sommer bevorstehen würde. Denn in diesem für die kommenden Wochen richtungsweisenden Zeitraum folgten auf schwül-warme bis richtig heiße Tage auch feucht-kühle Wetterphasen. Das ständige Auf und Ab der Temperaturen war der ideale Nährboden für teils heftige Schauer und Gewitter, die ihre Regenlast naturgemäß sehr unterschiedlich über die Region verteilten. An der Wetterzentrale Bad Schussenried wurden zwischen dem 1. Juni und dem 31. August insgesamt 490,6 Liter Regen je Quadratmeter verzeichnet. Damit wurde der Rekordwert aus dem Vorjahr von 440,0 Liter/m² noch deutlich überboten. Maßgeblich dazu beigetragen hat der vergangene Monat, in dem so viel Regen fiel wie noch nie in einem August. Damit war dieser Sommer zwar der niederschlagsreichste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1968, doch es war keineswegs ein verregneter Sommer, denn richtige Regenperioden gab es so gut wie gar nicht, stattdessen sorgten immer wieder heftige Gewittergüsse für volle Messbecher. Und am 31. August, dem letzten meteorologischen Sommertag, wurden allein 78,7 Liter Regen/m² registriert, der dritthöchste Tageswert nach dem 29. Juni 2011 (82,3 Liter/m²) und dem 12. Juli 1991 (80,7 Liter/m²). Mancherorts, so in Riedhausen, Waldburg und Lindau, vor allem aber in Teilen des Allgäus waren es über 80 Liter/m².

Während die Gesamtsonnenscheindauer von 702,8 Stunden nicht ganz das Sommersoll von 722,1 Stunden erreicht hat, liegt die Durchschnittstemperatur von 18,7 Grad Celsius deutlich über dem statistischen Mittelwert der letzten 30 Jahre (17,2°C). Bis weit in die 80er Jahre hinein lag der Sommermittelwert sogar bei lediglich 16 Grad. Damit geht dieser Sommer als drittwärmster in die meteorologischen Jahrbücher ein, jedoch klar abgeschlagen hinter 2003 (Durchschnittstemperatur: 20,7°C) und 2015 (19,6°C). Auch die Anzahl der Sommertage (49) mit 25 Grad und mehr und der Hitzetage mit über 30 Grad (16) übertrifft deutlich die Werte eines mitteleuropäischen Durchschnittsommers (38 Sommertage, 9 Hitzetage).

Allerdings wollte sich partout keine länger anhaltende, stabile Schönwetterperiode einstellen. Das einzig Beständige in diesem unsteten Wackelsommer war dessen Unbeständigkeit mit einer nicht enden wollenden Berg- und Talfahrt der Temperaturen. Da blieb sich der Sommer auch im August treu. Während man in der zweiten Augustwoche heizen musste, was nicht alle Jahre vorkommt, zeigte er zum Monatsbeginn und in der zweiten Monatshälfte mit Spitzenwerten um oder jenseits der 30-Grad-Hitzemarke nochmals das Potenzial auf, welches in diesem Sommer gesteckt hat.