Ein richtiger Schaukelsommer mit einem stetigen Auf und Ab der Temperaturen

Die Berg- und Talfahrt der Temperaturen bot uns im vergangenen Juli ein ausgesprochen wechselhaftes Sommerprogramm. Auf schwül-warme bis richtig heiße Tage folgten auch immer wieder feucht-kühlere Wetterphasen. Statistik der Wetterwarte Süd für Juli 2017. Von Roland Roth.

Tiefste Temperatur am 04.: + 10,4°C (+ 8,0°C)
Höchste Temperatur am 19.: + 31,2°C (+ 32,3°C)
Durchschnittliche Monatstemperatur: + 18,6°C (+ 19,4°C)
Monatssumme des Niederschlags: 148,0 mm (142,0 mm)
Gesamtsonnenscheindauer: 213,2 Stunden (256,8 Stunden)

(Die Messwerte beziehen sich auf die Wetterzentrale in Bad Schussenried,
die Zahlen in Klammern geben die Vorjahreswerte an!)

Es verging kaum ein Tag, an dem sich nicht irgendwo in der Region in der häufig labilen, schwül-warmen Luft teils heftige Schauer und Gewitter bildeten. An der Wetterzentrale in Bad Schussenried wurden mehr als 20 Gewitter gezählt. Und die hatten es mitunter in sich. Vor allem von der Donau und vom Bodensee meldeten die zahlreichen Wetterbeobachter der Wetterwarte Süd einige richtig schwere Gewitter, lokal begrenzt sogar Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Besonders betroffen davon war am 08. Juli (Samstag) der Bodenseekreis, mit Schwerpunkt die Region um Friedrichshafen.

Ausgerechnet zum Beginn der Sommerferien sorgten die beiden Tiefdruckgebiete “Alfred” und “Bernhard” für Herbststimmung mitten im Hochsommer. Während bei Höchstwerten von 12 bis 17 Grad vom westlichen Bodensee bis hinauf auf die Baar und Westalb nur wenig Regen vom Himmel kam, schüttete es an der Iller und im Allgäu mancherorts wie aus Eimern. Örtlich fielen mehr als 100 Liter auf den Quadratmeter und auf dem rund 2500 Meter hohen Säntis gab es sogar Schnee Da auch die Gewitterzellen ihre Regenlast naturgemäß sehr ungleichmäßig über die Region verteilten, weisen die Niederschlagsmengen ein enorme Bandbreite auf. So verbuchte Hermann Späth in Schelklingen-Gundershofen mit 224,0 Liter/m² den höchsten Niederschlagswert eines Monats seit Beginn seiner Messungen im Jahre 1979, auf der knapp 1000 Meter hoch gelegenen Steinbergalm in der Adelegg waren es sogar 242,9 Liter/m². Dagegen verzeichnete Josef Zell in Bad Waldsee-Haisterkirch lediglich 92,3 Liter/m² und Sascha Müller in Aulendorf-Zollenreute gar nur 76,7 Liter/m².

Völlig einheitlich waren jedoch die Temperaturverhältnisse. Während der Norden Deutschlands häufig von Tiefausläufern mit kühlerer Meeresluft beeinflusst wurde, brachte das Azorenhoch Süddeutschland des Öfteren warmes, zeitweise richtig heißes Sommerwetter, sodass dieser Juli zwischen Alb und Alpen, trotz einiger Verschnaufpausen des Sommers, überall rund ein Grad zu warm ausfiel. Dabei wurden an der 575 Meter hoch gelegenen Wetterzentrale in Bad Schussenried immerhin 14 Sommertage mit einer Höchsttemperatur von 25 Grad und mehr (30-jähriger Mittelwert: 8,9 Tage) und vier Hitzetage mit über 30 Grad (Mittelwert: 1,1 Tage) registriert.

Es ist ein warmer, gewitterreicher Sommer und ein stabiles Schönwetterhoch wollte sich bislang noch nicht einstellen. Mit dem August hat zwar die Haupturlaubszeit der Jahres begonnen und entsprechend hoch sind auch die Erwartungen an die letzten Sommerwochen, doch für die bereits sichtbar von Sonne und Hitze gezeichneten Alpengletscher, wären deutlich kühlere Temperaturen durchaus wünschenswert.