Eurobike Friedrichshafen zum letzten Mal fürs Publikum offen

Eurobike Friedrichshafen zum letzten Mal fürs Publikum offen

Nächste Woche startet die weltgrößte Fahrradmesse – und öffnet seine Tore letztmalig für die Allgemeinheit. Von Wolfgang-Amadeus Müller.

Was kommt in 2018 auf die Kunden zu? Händler und Hersteller machen sich ab Mittwoch, dem 30. August schlau und am Samstag, den 02. September ist Publikumstag. Viele Unterhaltungsangebote und Treffen mit den Stars der Szene stehen ebenso auf dem Programm, wie die Möglichkeit, auf rund 3.000 Testrädern und über 10 km Streckennetz Proberunden zu drehen. Außerdem wird es spezielle Angebote für Kinder geben, etwa um 10 Uhr ein Kinder-Laufrad-Parcours auf dem eine Vielzahl von Preisen (Kinder-Laufräder, Kinder-Fahrradhelme, Packtaschen, Schlösser, Trinkflaschen, …)zu gewinnen sind.

In einer Vorabveranstaltung für die Presse wurden erste Trends und einige Highlights der Messe vorgestellt. Über 1.400 Austeller aus 20 Ländern werden viele Neuheiten und rund 100 Weltpremieren präsentieren. Weil vieles aber erst im Folgejahr verfügbar sein wird haben die Aussteller durchgesetzt, dass heuer zum letzten Mal die Tore für Verbraucher geöffnet werden. So sollen sie nicht verführt werden, Kaufentscheidung aufs jeweils nächste Jahr zu verschieben.

Ein großer Schwerpunkt wird das „Urban Biking“ sein, also Radfahren in der Stadt für Familie und Berufstätige. Gerade unter dem Damoklesschwert der kommenden KFZ-Fahrverbote sieht sich die Branche vor der Herausforderung adäquate Lösungen für den städtischen Nahverkehr zu bieten. Lasten- und Cityräder, am besten mit elektrischer Unterstützung buhlen um die Gunst der Käufer. Auch für den Freizeitbereich, bei Touren- und Rennrädern sowie bei den Mountainbikes, kommen immer mehr raffinierte E-Bikes auf den Markt.

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Das GSD von tern: Ein Lasten-Pedelec für die Familie kann zwei Kinder und insgesamt 180 kg transportieren.
Für den Verbraucher wird es besonders wichtig sein, sich mit den technischen und gesetzlichen Hintergründen auseinanderzusetzen: E-Bike ist der Überbegriff, Pedelec das gängige Rad mit elektrischer Kraftzufuhr bis 25 km/h und S-Pedelecs mit Unterstützung bis 45 km/h. Letzteres ist aber schon der Einstieg in die KFZ-Welt, weil u.a. ein Kennzeichen, ein Helm und eine elektrische Hupe benötigt werden. Außerdem ist es dann wie bei einem Mofa verboten Radwege und Fußgängerzonen zu befahren oder die Räder im Zug zu transportieren.

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Das Rennrad „Urgestalt“ (hier umgebaut zum Heimtrainer) und das „Stadtwandler Sakko“ von Lightweight aus Friedrichshafen.
Für den künftig täglichen Einsatz wird ein wichtiger Aspekt der Akku und der Umgang damit sein. Die neuen Hochleistungsmodule werden pro Stück gerne zwischen 500 und 1.000 Euro kosten. Folgerichtig gibt schon erste Fälle, wo ganze abschließbare Ladeschränke in Hotels leergeräumt wurden. Und wie behandle ich diese Perle im Winter, wo wegen der Temperaturen viel geringere Reichweiten und Ladeprobleme zu Tage kommen? Kann ich ihn dann problemlos vom Rad trennen und mit ins Büro oder die Wohnung zum Aufwärmen und Nachladen nehmen? Die Antworten haben die Hersteller hoffentlich mit im Gepäck.

Neuheiten wird es aber überall zu sehen geben. Neue Antriebe und Schaltungen/Getriebe bringen mehr Komfort, mehr Entspannung und mehr Sicherheit aufs Rad. Es werden Fahrradhelme mit Bluetooth-Technologie präsentiert, mit denen Radlergruppen auf bis zu 900m Distanz miteinander sprechen können. Neue Antidiebstahltechnologien werden dabei sein: leichte textile Schlösser, Schlösser mit Alarmsirenen, Räder mit elektronischer Wegfahrsperre und GPS-Ortungsfunktion. Auch der Bekleidungssektor zeigt seine Ideen vom Wetterschutz bis hin zum Business-Sakko aus hochfunktionellen Stoffen und trotzdem edlen Design.

Für die Fachbesuchertage werden rund 4.000 Besucher erwartet, am Publikumstag rund 2.000. Es lohnt also, sich möglichst früh auf die Reise zu machen und die besten der kostenlosen Parkplätze zu finden. Alternativ gibt es auch ein ausgeklügeltes kostenloses Bus-Shuttle-System und sogar 500 Fahrradstellplätze direkt an der Messe und 500 Leihfahrräder über die Stadt verteilt.

Termin
Business Days für Fachbesucher: 30. August – 01. September;
Festival Day für die breite Öffentlichkeit am 02.September
(geöffnet 09:00 – 18:00; Eintritt 12 Euro Einzelpreis bzw. 28 Euro Familienkarte im VVK)