Rock’n’Roll-Party in der Stadtbierhalle

Rock’n’Roll-Party in der Stadtbierhalle

Zu einer ausgelassenen Rock’n’Roll-Party geriet das Rondellkonzert am vergangenen Sonntag in der wiederum gut gefüllten Stadtbierhalle. Von Hans-Bernd Sick.

Während draußen herbstlich-kühle, gefühlt fast frostige Temperaturen vorherrschten, heizten drinnen Pig Ass & the Hoodlums dem bunt gemischten Publikum, vom Vorschulalter bis hoch in Rentenalter hinein, mächtig ein. Etliche der Rock’n’Roll-Fans waren im passenden Outfit erschienen, man sah geblümte oder mit Punkten verzierte Kleider im Stile der 50er und 60er Jahre und dazu die passenden Frisuren samt Make-up. Und klar, die Fans wussten natürlich, was sie beim Auftritt von DER Rock’n’Roll- und Rockabilly-Band Oberschwabens zu erwarten haben. Auf der Zutatenlisten zur Party standen Ohrwürmer aus den 1950er und 1960er Jahren bis hin zu Neo-Rockabilly, Hits wie „C’mon everbody“ oder Elvis‘ „Jailhouse Rock“ und „My Baby Left Me“, Eddie Cochrans „Summertime Blues“ und „Restless“ von Carl Pekins, die schon mal für eine Party taugen. Aber die Titelauswahl ist ein Punkt, spielen muss man die Songs schon auch können. Und das können die Drei von Pig Ass & the Hoodlums, und wie sie das können! Schon bei Eröffnungsstück sitzen oder stehen viele nicht mehr ruhig – Hände, Beine und Köpfe bewegen sich im Rhythmus von Orbinsons „Rockhouse“, und bei Bill Haleys „Shake, Rattle, Roll“ findet sich schon das erste Tanzpärchen vor der Bühne.

Drummer Norbert Jud treibt seine beiden Vorderleute unermüdlich an, und schafft es noch so ganz nebenbei, selbst bei hoher Schlagzahl seine Sticks durch die Luft wirbeln zu lassen, sie wieder aufzufangen und nahtlos weiterzuspielen. Beim „Folsom Prison Blues“ gibt er bei schon recht flotter Grundgeschwindigkeit zwischendurch mächtig Gas, als wolle er seine Kollegen überrunden. So richtig im Rampenlicht wurde Nobert Jud bei seinen Soli gerückt, insbesondere bei „Tear It Up“ stellte er sein enormes Können unter Beweis. Am Kontrabass zauberte Mimmo Gasparro am laufenden Band, er webte seine energiereichen Basslinien passend in die Beats von Norbert Jud hinein. So wie er seinen Bass bearbeitet -oftmals zupfte er nicht an den Basssaiten, sondern schien die Basslinien aus seinem Instrument herauszuschlagen- ist zu vermuten, dass man bei ihm keine Finderabdrücke mehr nehmen kann, da seine Fingerkuppen von dicker Hornhaut überzogen sein müssen. Beim Klassiker „Rock Around The Clock“ zeigte er, wie energiegeladen ein Basssolo klingen kann. Über den von den beiden kraftvoll gewebten Rhythmus schwebt das As von Pig Ass & the Hoodlums, der Gitarrist, Sänger und Bandleader Dietmar Krigar. Er kommt einem vor wie ein Rock‘n’Roll-Derwisch, wenn er die Melodien seiner Gitarre entlockt. Auf der Bühne spielt Dietmar Krigar nicht Rock’n’Roll, nein, er lebt Rock’n’Roll.

Alle drei zusammen zelebrieren die Songs als überzeugende Powerband, heizen mit dem typischen 4/4-Takt ein und geizen auch nicht mit Showeffekten. So bilden sie beispielweise während des Spielens von „Cat Clothes“ eine quasi Bass-Gitarren-Pyramide. Auch beziehen sie das Publikum mit ein, lassen die Fans auf der vollen Tanzfläche vor der Bühne den Refrain von „Bring My Cadillac Back“ singen. Gerne gab das Trio nach viel Applaus und Zugaben-Rufen noch weitere Leckerbissen zum Besten, und mit einem verrock’n’rollten Walzer, dem „Que Sera“ von Doris Day, endete ein schweißtreibender Abend, der die lange Reihe von tollen Rondellkonzerten fortsetzte.

Am kommenden Sonntag, dem 10. September, steht dann auch schon mit Marketa & Band und Americana, New Country und Roots Rock das letzte Rondellkonzert in diesem Jahr an. Auch an dem Abend dürfte es wieder bewegungsreich werden, denn die Musik von Marketa & Band lockt hoffentlich viele Line Dancers an.