Später Frost und frühe Hitze

Bei hoher Sonnenscheindauer meist zu trocken und zu warm. Statistik der Wetterwarte Süd für Mai 2017.

Da sich vollständige Monate statistisch gesehen leichter erfassen lassen, endete für die Meteorologen am 31. Mai ganz offiziell der Frühling, drei Wochen vor dem kalendarischen beziehungsweise astronomischen Datum. Und in diesem Frühling war wirklich alles geboten. Zuerst ausgeprägte Trockenheit und früh im Jahr sommerliche Temperaturen mit einer ungewöhnlich frühen Blüte, dann gleich mehrere empfindliche Kaltlufteinbrüche mit verheerenden Spätfrösten und Schnee und Ende Mai bereits hochsommerliche Hitze.

Tiefste Temperatur am 10.: + 0,4°C (+ 1,9°C)
Höchste Temperatur am 29.: + 32,2°C (+ 28,1°C)
Durchschnittliche Monatstemperatur: + 13,9°C (+ 12,8°C)
Monatssumme des Niederschlags: 70,0 mm (170,0 mm)
Gesamtsonnenscheindauer: 240,7 Stunden (177,8 Stunden)

(Die Messwerte beziehen sich auf die Wetterzentrale in Bad Schussenried,
die Zahlen in Klammern geben die Vorjahreswerte an!)

Von wegen “Alles neu macht der Mai”! Das wechselhafte Aprilwetter setzte sich auch im Mai nahtlos fort, von Wonnemonat lange Zeit keine Spur. Am 1. Mai war es so kalt wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen der Wetterwarte Süd im Jahre 1968 und in der Nacht auf den 10. wurde verbreitet, naturgemäß vor allem auf der Schwäbischen Alb und im Allgäu, aber auch in Teilen Oberschwabens und an der Oberen Donau nochmals Frost und Reif verzeichnet. Am kältesten war es in Hoßkirch und Tuttlingen mit jeweils minus 1,8°C, in Isny (minus 1,9°C) und in Winterlingen (minus 2,2°C). Doch ausgerechnet mit den Eisheiligen, die dieses Jahr ganz offensichtlich früher gekommen sind, kam die Wende. Mit den Temperaturen ging es steil bergauf und bei zunehmend sommerlichen Temperaturen schien häufig die Sonne. Zum Monatsende hin gab es eine erste, kurze Hitzewelle, mancherorts sogar mit Rekordtemperaturen. An der Wetterzentrale in Bad Schussenried wurde mit 32,2°C der bisherige Spitzenwert der 50-jährigen Beobachtungsreihe aus dem Mai 2005 (32,0°C) knapp überboten. In Leutkirch-Heggelbach, Horgenzell, Tuttlingen und Ochsenhausen verzeichneten die Stationsbetreiber 33 Grad, in Kressbronn und Ravensburg gar 34 Grad.

Durch die subtropischen Temperaturen fiel dieser bis zur Monatsmitte deutlich zu kühle Mai letztendlich um rund ein Grad zu warm aus. Und auch die Sonnenscheindauer kann sich sehen lassen. Unterm Strich zeigte sich die Sonne tagtäglich gut eine Stunde länger, als man dies im 30-jährigen Maimittel erwarten darf, in Bad Schussenried insgesamt an 240,7 Stunden (Mittelwert: 203,2 Stunden).

Die erste Monatshälfte war zu kühl, aber auch ausgesprochen feucht. Danach kam es nur noch zu einzelnen, teils jedoch kräftigen Regenschauern und Gewittern. Entsprechend unterschiedlich sind die Regenmengen. Während Joe Zell in Bad Waldsee-Haisterkirch 140,9 Liter/m² und Alfons Ohlinger auf der Berger Höhe bei Wangen 144,6 Liter/m² verbuchten, meldeten Uwe Rabenstein aus Sigmaringendorf 43,9 Liter/m² und Helmut Gaggermeier aus Langenenslingen lediglich 41,9 Liter/m².
Was uns der Sommer bringen wird, lässt sich natürlich nicht vorhersagen. Erfahrungsgemäß entscheidet sich dessen Witterung aber zwischen dem 20. Juni und dem 05. Juli, also in der Zeit um den Siebenschläfertag (27. Juni) herum.