Wärmstes Silvester seit Messbeginn vor 50 Jahren

Das stetige Auf und Ab hielt den Kreislauf auf Trab. Statistik der Wetterwarte Süd für Dezember 2017. Von Roland Roth.

Tiefdruckgebiete mit einem stetigen Auf und Ab der Temperaturen und damit auch eine Berg- und Talfahrt der Schneefallgrenze und der öfters stark böige, teils stürmische Wind prägten das wechselhafte Wettergeschehen im letzten Monat des Jahres.

Tiefste Temperatur am 10.: – 5,1°C (- 5,6°C)
Höchste Temperatur am 31.: + 13,1°C (+ 8,8°C)
Durchschnittliche Monatstemperatur: + 0,6°C (- 0,3°C)
Monatssumme des Niederschlags: 72,2 mm (4,3 mm)
Gesamtsonnenscheindauer: 32,6 Stunden (55,6 Stunden)

(Die Messwerte beziehen sich auf die Wetterzentrale in Bad Schussenried, die Zahlen in Klammern geben die Vorjahreswerte an!)

Wie auf einer Rennstrecke zog ein Tief nach dem anderen über unsere Region hinweg. Sie führten mal kalte Polarluft, dann aber wieder milde Atlantikluft und zum Jahreswechsel gar laue Kanarenluft nach Süddeutschland. Zwar zeigte sich das Wetter pünktlich zum meteorologischen Winteranfang und passend zur Eröffnung der Weihnachtsmärkte bereits zum Monatsbeginn von seiner frühwinterlichen Seite, doch nachhaltiges Winterwetter wollte sich partout nicht einstellen. Die zahlreichen Kaltlufteinbrüche mit teils erheblichen Verkehrsbehinderungen durch Schnee und Eis waren stets nur von kurzer Dauer.
In den Niederungen verbuchten die Wetterbeobachter zum siebten Mal in Folge grüne, allerdings weitgehend trockene Weihnachten und zum Jahreswechsel wurde an der Zentrale in Bad Schussenried bei vorfrühlingshaftem Wetter mit einem Höchstwert von 13,1°C das wärmste Silvester seit Beginn der dortigen Aufzeichnungen im Jahre 1968 registriert. Damit wurde der bisherige Spitzenwert aus dem Jahre 2006 (12,0°C) noch deutlich überboten. Selbst auf den Höhen von Alb und Allgäu herrschte zum Jahresende bei zweistelligen Plusgraden starkes Tauwetter. Aus Lindau wurden am 11. mit Föhnunterstützung sogar 15 Grad gemeldet. Beim Durchzug von Sturmtief “Zubin” gab es, begleitet von Blitz und Donner und starkem Schneefall, in den Frühstunden des 14. (Donnerstag) teils schwere Sturmböen. Dabei wurden in Erlenmoos 101,4 km/h und auf dem 1040 Meter hohen Steinberggipfel in der Adelegg 100,1 km/h gemessen.
Unterm Strich war dieser Dezember überall in der Region ein halbes Grad zu warm und sonnenscheinarm. Recht unterschiedlich war dagegen erneut die Niederschlagsverteilung. Während an den meisten der 150 Messstationen mit 60 bis 80 Liter/m² in etwa das langjährige Soll erreicht wurde, fielen im südöstlichen Oberschwaben, am östlichen Bodensee und im Allgäu verbreitet weit mehr als 100 Liter/m², örtlich auch über 150 Liter/m². Alfons Ohlinger notierte am Skilift Bergerhöhe in Wangen 175,1 Liter/m² und somit mehr als dreimal so viel wie Cornelia und André Langlois in Erbach-Bach (50,8 Liter/m²).
Seit der Wintersonnenwende sind die Tage abends bereits wieder wahrnehmbar länger geworden und bis zum Monatsende nimmt die Tageslänge immerhin um eine Stunde zu. Statistisch gesehen stehen uns die tiefsten Temperaturen und die schneereichste Zeit dieses Winters allerdings erst noch bevor. Doch der Klimawandel wirbelt die Zahlenreihen der Wetterkundler des Öfteren gewaltig durcheinander.