Wechselspiel zwischen lauer Mallorcaluft und kalter Polarluft

Statistik der Wetterwarte Süd für November 2017: Insgesamt gesehen etwas zu mild, deutlich zu nass und recht trüb. Von Roland Roth.

Das ständige Auf und Ab der Temperaturen und die ausgesprochen wechselhafte Witterung haben dem Kreislauf im vergangenen Monat einiges abverlangt. Auf laue Wetterabschnitte folgten gleich drei frühwinterliche Kaltluftvorstöße mit frostigen Temperaturen und Schnee.

Tiefste Temperatur am 14.: – 2,2°C (- 8,3°C)
Höchste Temperatur am 04.: + 15,7°C (+ 14,8°C)
Durchschnittliche Monatstemperatur: + 3,7°C (+ 3,1°C)
Monatssumme des Niederschlags: 89,3 mm (70,1 mm)
Gesamtsonnenscheindauer: 48,9 Stunden (53,2 Stunden)

(Die Messwerte beziehen sich auf die Wetterzentrale in Bad Schussenried,
die Zahlen in Klammern geben die Vorjahreswerte an!)

Nach einem ungewöhnlich lauen und freundlichen Auftakt zeigte sich der November ab dem 5. von seiner wahren Seite. Aus vorherrschend starker Bewölkung fiel immer wieder Regen. Richtig turbulent wurde es am zweiten Novemberwochenende. Von Sturm und Dauerregen mit örtlichen Überflutungen und Erdrutschen, über gebietsweise heftige Gewitter mit Hagel, bis hin zu Schnee und Glätte war alles geboten. Selbst in tieferen Lagen bildete sich vielerorts eine erste dünne Schneeauflage. Nach einem zweiten Winterintermezzo am darauffolgenden Wochenende gelangte vorübergehend nochmals ein Schwall milder Mittelmeerluft in unsere Region. Unterstützt vom Föhn am Alpenrand erreichten die Temperaturen am 24. Höchstwerte um die 15 Grad. Dieses letzte Aufbäumen der milden Luft im Herbst wird in Süddeutschland als Martini-Sommer bezeichnet.

Dabei wäre der Schweizer Begriff “Martini-Sömmerli” zutreffender, denn zum einen werden in dieser fortgeschrittenen Jahreszeit natürlich keine sommerlichen Temperaturen mehr erreicht und zum anderen ist diese laue Witterung im Allgemeinen von kurzer Dauer. Und so war es auch in diesem Jahr, denn gerade einmal 48 Stunden später zeigten die Thermometer nur noch Werte knapp über dem Gefrierpunkt an und der Winter nahm einen neuen Anlauf, sodass pünktlich zum meteorologischen Winterbeginn und passend zur Eröffnung der zahlreichen Weihnachtsmärkte Schnee, Frost und Eis das Wettergeschehen bestimmten.

Zwar lagen die Temperaturen unterm Strich rund ein halbes Grad über dem Mittelwert der letzten dreißig Jahre, doch abgesehen von zwei kleinen Schönwetterphasen war dieser November häufig trüb und wolkenverhangen und an allen 180 Stationen im Messnetz der Wetterwarte Süd auch meist deutlich zu nass. Während von der Münsinger und Laichinger Alb über Schelklingen und den Großraum Ulm, der Iller entlang und bis hinein ins östliche Oberschwaben verbreitet mehr als 100 Liter/m² verzeichnet wurden, im Allgäu sogar 130 bis knapp über 200 Liter/m², waren es im Raum Hohentengen-Sigmaringendorf nur 75 Liter/m². An der Zentrale in Bad Schussenried verbuchten die Wetterbeobachter 89,3 Liter/m² (30-jähriger Mittelwert: 64,0 Liter/m²).
Der Winter zeigt dieses Jahr früh seine Krallen und auch mittelfristig stehen die Zeichen auf Kälte und Schnee, aber wie der Winter letztendlich ausfallen wird, lässt sich nicht vorhersagen. Es soll allerdings Meteorologen geben, welche mit einem kalten Winter rechnen, weil die Indianer dieses Jahr viel Holz sammeln, da einige Meteorologen einen kalten Winter erwarten.