Zeitweise Temperaturen wie im Mai

Bei hoher Sonnenscheindauer zu trocken und markant zu warm. Statistik der Wetterwarte Süd für März 2017. Von Roland Roth.

Ein überwiegend schöner, häufig sonniger und ungewöhnlich warmer März, nach 1994 der zweitwärmste seit Aufzeichnungsbeginn der Wetterwarte Süd, ist Geschichte. Ende des Monats herrschte sogar bereits Frühlingsstimmung wie sonst erst im Mai.

Tiefste Temperatur am 13.: – 2,2°C (- 4,6°C)
Höchste Temperatur am 31.: + 23,2°C (+ 21,6°C)
Durchschnittliche Monatstemperatur: + 7,5°C (+ 4,2°C)
Monatssumme des Niederschlags: 45,2 mm (35,3 mm)
Gesamtsonnenscheindauer: 160,8 Stunden (130,7 Stunden)

Neun Tage lang arbeitete der März mit Tiefdruck an der Aufarbeitung des enormen Regendefizits des trockensten Winters seit mehr als 50 Jahren. Eine ganze Tiefdruckfamilie bestimmte unser Wettergeschehen. Auf Tief “Udo” und “Volkmar” folgten “Wilfried” und “Xaver”. Sie sorgten für einen vorgezogenen April-Mix aus sonnigen Abschnitten und starker Bewölkung mit Regen-, Schnee- und Graupelschauern. Doch ab dem 10. kehrte mit “Kathrin” die Dominanz der Hochdruckgebiete zurück. Der vorausgegangene Regen in Kombination mit milden Temperaturen und nun meist frostfreien Nächten führte in der Natur zu einem wahren Wachstumsschub. Innerhalb weniger Tage grünte und blühte es an allen Ecken.

Da bis zum Monatsende kaum mehr Regen fiel, verschärfte sich die Trockenheit wieder. Die meisten Wetterbeobachter im Messnetz der Wetterwarte Süd verzeichneten deshalb auch einen zu trockenen März. Lediglich im Bereich der Schwäbischen Alb sowie an der Donau und am Unterlauf der Iller, vor allem jedoch im Allgäu wurde das Niederschlagssoll erreicht oder gar übertroffen. Am meisten Niederschlag meldeten die Stationsbetreiber in Wolfegg-Veesers, Wangen-Bergerhöhe und Isny, allen voran erneut Günter Bischoff von der rund 1000 Meter hoch gelegenen Wetterwarte Kreuzthal-Steinberg in der Adelegg. Hier fielen 131,5 Liter/m². Dagegen notierten Ernst Vater in Riedlingen nur 33,0 Liter/m², Rüdiger Klan in Dürnau 32,7 Liter/m² und Gerhard Dippel in Pfullendorf 31,3 Liter/m² und damit gerade einmal halb so viel wie in einem durchschnittlichen März.
Die Hochdruckgebiete brachten vor allem um die Monatsmitte herum und in der letzten Märzwoche viel Sonnenschein, sodass dieser März als ausgesprochen sonniger Frühlingsmonat in die Statistiken eingehen wird.

Völlig außergewöhnlich sind allerdings die Temperaturverhältnisse. Mit einer Durchschnittstemperatur von 7,5°C (30-jähriger Mittelwert: 4,1°C) war es der zweitwärmste März in der Beobachtungsreihe der Wetterwarte Süd im Jahre 1968, knapp hinter dem März 1994 (7,7°C) und hauchdünn vor dem März 2012 (7,4°C). Anstatt der sonst üblichen 19 Frosttage sanken die Temperaturen dieses Jahr lediglich an acht Tagen unter den Gefrierpunkt.
Der Frühling kann noch so schön und warm sein, man sollte ihn nicht vor den “Eisheiligen” Mitte Mai loben. Und Spätfröste wären dieses Jahr aufgrund der bereits weit fortgeschrittenen Natur besonders fatal. Hoffen wir, dass Petrus ein Einsehen hat.