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Piratenpartei Baden-Württemberg: Berichte aus dem Stammtisch Biberach

Der Biberacher Stammtisch der Piratenpartei Baden-Württemberg ist seit einigen Jahren ein fester Bestandteil der lokalen politischen Landschaft – auch wenn die Partei bundesweit nicht mehr so präsent ist wie zu ihren Hochzeiten rund um 2012. Was im Kleinen passiert, lohnt sich dennoch zu verfolgen: engagierte Menschen, konkrete Ideen, und eine Haltung zu digitalen Grundrechten, die nichts an Aktualität verloren hat.

Regelmäßige Treffen, offene Türen

Der Stammtisch Biberach trifft sich in unregelmäßigen Abständen, meist in einem der lokalen Gastronomiebetriebe in der Innenstadt. Das Treffen steht grundsätzlich jedem offen – Mitglied oder nicht. Das ist Programm: Die Piraten haben von Anfang an auf niedrigschwellige Beteiligung gesetzt, ohne Anmeldeformalitäten oder Aufnahmegebühren für Interessierte.

Auf der Tagesordnung stehen mal Vorstandswahlen für den Kreisverband, mal aktuelle Themen aus dem Landtag, mal ganz lokale Fragen – etwa zur Digitalisierung der Stadtverwaltung oder zum Ausbau des ÖPNV im Landkreis Biberach.

Vorstandswahlen im Kreisverband

Wie in vielen lokalen Verbänden kleiner Parteien sind Vorstandswahlen beim Stammtisch Biberach oft eine pragmatische Angelegenheit. Wer Zeit hat und will, übernimmt Aufgaben. Kassenwart, Vorsitz, Schriftführer – die Ämter werden unter den Anwesenden verteilt, manchmal mit kurzer Diskussion, manchmal per Akklamation.

Das klingt unspektakulär, ist aber symptomatisch für eine Partei, die Basisdemokratie ernst nimmt. Entscheidungen werden im Konsens gefällt, Hierarchien flach gehalten. Wer zum ersten Mal dabei ist, merkt schnell: Hier redet man miteinander, nicht aneinander vorbei.

Kandidaturen und Kontinuität

Gerade auf Kreisebene ist personelle Kontinuität eine Herausforderung. Aktive Mitglieder wechseln den Wohnort, haben familiäre Verpflichtungen oder engagieren sich parallel in anderen Projekten. Trotzdem gelingt es dem Stammtisch, einen Grundbetrieb aufrechtzuerhalten – und bei Bedarf Kandidaturen für kommunale Wahlen zu organisieren.

Lokale Initiativen und politische Schwerpunkte

Die thematischen Schwerpunkte des Biberacher Stammtisches spiegeln wider, was die Piratenpartei bundesweit bewegt: Datenschutz, Transparenz in der öffentlichen Verwaltung, freier Zugang zu Bildung und Wissen, Netzpolitik. Im lokalen Kontext heißt das zum Beispiel:

  • Offene Daten der Stadtverwaltung: Welche Informationen sollten Bürgerinnen und Bürger ohne Umwege einsehen können?
  • Digitale Infrastruktur im Landkreis: Glasfaserausbau, Mobilfunkversorgung in ländlichen Gemeinden, Schul-IT.
  • Überwachung im öffentlichen Raum: Videoüberwachung, Gesichtserkennung – Themen, die auch in Biberach früher oder später auf den Tisch kommen werden.

Manchmal nimmt der Stammtisch auch Stellung zu konkreten Gemeinderatsentscheidungen oder veröffentlicht kurze Stellungnahmen auf den Partei-Kanälen.

Kleine Partei, klares Profil

Die Piratenpartei ist keine Volkspartei und wird es wohl auch nicht mehr werden. Aber das ist nicht ihr Anspruch. Als Korrektiv, als Impulsgeber für Netzpolitik und digitale Bürgerrechte, hat sie ihren Platz – auch auf kommunaler Ebene.

Wer beim nächsten Stammtisch in Biberach vorbeischauen möchte, findet aktuelle Termine in der Regel über die sozialen Kanäle des Landesverbands Baden-Württemberg oder direkt über die Kontaktdaten auf der Parteiwebseite. Einfach hingehen, zuhören, mitreden. So funktioniert das hier.